smartphone-1283012

Musikweltreise: Kasachstan

An jedem zweiten Freitag entführe ich euch in ein fremdes Land – und durchforste die dortige Musikwelt nach Liedern und Künstlern, die meinen Musikgeschmack treffen. Da sich mein Geschmack von Singer-Songwritern, über Folk und Rock bis hin zu Metal erstreckt, bin ich optimistisch, während meiner Musikweltreise auf viel Abwechslung zu stoßen und vor allem: viel neues zu entdecken. Eine Übersicht, über die bisher besuchten Länder und entdeckten Künstler findet ihr HIER. Der heutige Reisebericht führt nach:

Kasachstan

Zum Auftakt der Reise war ich in Finnland unterwegs. Zugegeben, die Wahrscheinlichkeit, dort fündig zu werden, war enorm hoch – zumal ich zwei Künstler nannte, die sich bereits in meiner Sammlung tummelten. Diesmal schraube ich den Schwierigkeitsgrad etwas höher und reise nach Zentralasien, denn Kasachstan ist nun wirklich nicht für die Exporte international erfolgreicher Musikstars bekannt, geschweige denn für Künstler aus dem Rock oder Metal Genre.

Schnell wird deutlich, dass es in der kasachischen Musik eine Reihe an Instrumenten gibt, von denen ich bisher nie etwas hörte – weder ihren Namen, noch ihren Klang. Vielleicht wurde das eine oder andere dieser Instrumente mal im Musikunterricht erwähnt, aber dieser liegt inzwischen 12 Jahre zurück. Kobyz, Zhetigen, Sherter, Dombra – viel sagten mir diese Bezeichnungen nicht. Zumindest aber die ebenfalls gern eingesetzte Maultrommel war mir bereits bekannt, schließlich wurde sie auch von Bands wie The Who und Den Ärzten eingesetzt.

Die Kombination dieser Instrumente führt zu einem sehr interessanten, exotisch angehauchten Klangbild. Wie zum Beispiel in diesem kasachischen Folk-Song:

Hassak – Amanaat


Es klingt im kasachisch unerfahrenen Ohr erstmal etwas ungewöhnlich, zugleich aber trotzdem harmonisch. An das mangelnde Sprachverständnis bin ich durch die finnische Musik bereits gewöhnt, dennoch wollte das Eis in diesem Fall nicht brechen und richtige Begeisterung kam, trotz der angenehmen Melodien, nicht auf. Vielleicht war es mir diesmal einfach zu ruhig. Ein entspannter Folk-Song ist zwar immer gerne gehört, aber im Regelfall darf es durchaus etwas flotter zur Sache gehen.

Ob es sowas in Kasachstan gibt? Folk-Rock oder gar Folk-Metal? Hören wir einfach mal rein, was diese Band so treibt:

Ulytau – Teriskakpai


Man nehme das Grundgerüst der Rockmusik: Schlagzeug, E-Gitarre, E-Bass. Ergänze diese mit Violine und Keyboard, was in Folk-Rock/Metal Kreisen nicht unüblich ist und zusätzlich mit einer traditionellen Dombra, deren Klang dem rein instrumentalen Folk-Metal von Ulytau das gewisse Etwas verleiht. Mit einer solchen Entdeckung hatte ich nicht gerechnet. Die Musik dieser Band gefällt mir wirklich gut und – yeah! – eines ihrer Alben ist bei Spotify verfügbar.

Lässt sich diese Entdeckung noch übertreffen oder sollte ich meine Koffer packen und zufrieden abreisen? Moment – mir ist da noch etwas begegnet, das vielleicht die Chance verdient hat, gehört zu werden.

Aldaspan – Aldaspan


Kurz durchatmen und abwarten, bis sich die nicht jugendfreien Ausdrücke meiner Begeisterung aus meinen Gedanken verflüchtigt haben. Wenn mich Ulytau schon begeistern konnten – wie sollte ich es nennen, was dieser Band gelingt? Sie ergänzen die typische Rockmusik nicht bloß mit traditionellen kasachischen Instrumenten – sie spielen sie einfach mit diesen. Ich konnte es kaum glauben, aber neben dem Schlagzeug und der Intro-Maultrommel, kommen nur drei Dombras zum Einsatz. Genial, welchen Sound diese Band aus den zweisaitigen Instrumenten zaubert.

Der Ausflug nach Kasachstan hat sich definitiv gelohnt. Meine Musiksammlung konnte auf außergewöhnliche Weise erweitert und um Abwechslung bereichert werden. In zwei Wochen berichte ich von meinem nächsten Reiseziel – bis dahin höre ich noch ein paar Mal Aldaspan.

liebsteraward

Ein Vorstadt-Politiker im Liebster-Kaffee-Rausch

Gerade erst brachte ich die Feierlichkeiten anlässlich der Versatile Blogger Award Verleihung hinter mich, da steht bereits die nächste Preisverleihung vor der Tür. Vielen Dank dafür an Impressions of Life, die mich auf ihre Liste der Nominierungen für den Liebster Award setzte.

Beim letzten Mal drehte sich in meinem Liebster-Beitrag alles um Reisen. Dieses Mal könnte es etwas persönlicher werden – und vielseitiger. Denn die zehn Fragen (waren es nicht immer elf?) beziehen sich auf unterschiedliche Themen. Passend zur ersten Frage, befülle ich eine große Tasse mit frisch aufgebrühtem Kaffee (das empfehle ich euch auf Grund der Länge des Beitrags ebenfalls) und mache es mir an meinem Schreibtisch bequem (ein Vorgang, der sich bis zur Fertigstellung des Beitrags einige Male wiederholen sollte).


#1 – Wir treffen uns in einem Cafe, wie erkenne ich Dich?

Das ist einfach, ein Café ist nämlich der ideale Ort für ein erstes Treffen. Erst recht, wenn ich vor dir dort eintreffe und ich die Wartezeit sinnvoll überbrücken muss: Zum Beispiel mit der Bestellung und dem Genuss der unterschiedlichen Kaffeesorten des Hauses, von denen ich jeweils eine gefüllte Kanne an meinen Platz ordere. Wenn du das Café betrittst, musst du nur Ausschau nach dem Tisch halten, der mit Kaffeekannen gefüllt ist und an dem jemand sitzt, der kurz vorm koffeininduzierten Herzinfarkt steht.

Sollte ich das Verlangen nach meinem Lieblingsgetränk unter Kontrolle halten können, wirst du mich trotzdem schnell erkennen. Denn wie viele gerade noch unter dreißig Jahre alten Männer, die an einem ruhigen Platz mit Blick zur Tür sitzen, mit einer Tasse Kaffee auf dem Tisch und nicht auf ein Smartphone starrend, wirst du beim Betreten des Lokals erblicken? Genau. Einen. Mich.


#2 – Großstadtmensch und eher Landmensch? Wo finde ich Dich?

Spontan platzte ein überzeugtes „Landmensch“ aus mir heraus. Gefolgt von der Erkenntnis, dass das gar nicht stimmt. Ich brauche einerseits die Nähe zur Natur, andererseits ist der schnelle Zugang zu Städten (und dem Internet) ein Vorteil, den ich nicht missen möchte. Einigen wir uns auf Kleinstadtmensch. Nicht mittendrin, aber nah dran. Nicht völlig einsam, aber ruhig gelegen. So wie es jetzt ist, wenige Kilometer von Hamburg entfernt, im „grünen Umland“. Glücklicherweise kommt das typische Großstadt-Gefühl in Hamburg nicht auf, sodass ich dort regelmäßig auch aus nicht beruflichen Anlässen anzutreffen bin.


#3 – Warum bloggst du? Wer weiß von deinem Blog?

Ursprünglich war es nur ein „mal schauen, ob den Blödsinn überhaupt irgendein Mensch (oder wenigstens ein Robot) wahrnimmt“. Die Vergänglichkeit führte mich her, meine persönliche Detabuisierung eines Themas, das jeden betrifft, über das aber niemand gerne spricht – oder schreibt. Damals war es kein richtiges Bloggen –  das folgte erst später, nachdem ich auf andere Blogs stieß, begann, diesen aktiv zu folgen, das Interesse an meinem Anfangsthema verlor und stattdessen ein viel breiteres Themenfeld für mich entdeckte und neu startete. Heute blogge ich, weil mir das Schreiben Spaß macht, weil mir der Austausch mit anderen Bloggern und die Teilnahme an gemeinsamen Aktionen gefällt und weil es so viele hervorragende Beiträge gibt, die ich einfach gerne lese. Außerdem wirkt das Schreiben (und Lesen) regelmäßig inspirierend und regt die Gedanken an.

Von meinem Blog wissen, soweit ich es weiß, keine Menschen, die mich offline kennen. Sollte irgendwann jemand aus meinem analogen Leben auf meinen Blog stoßen, wäre dies aber kein großes Problem, da ich nichts schreibe, das ich im realen Leben nicht vertreten würde (ist ein Blog gar nicht real?). Bis auf ein paar irritierte Fragen oder vereinzelte Ausrufe des Entsetzens, habe ich keine negativen Auswirkungen zu erwarten. Trotzdem würde ich diesen Status gerne so lange wie möglich bewahren. Es ist ja auch reizvoll, etwas zu tun, von dem niemand weiß, dass man es tut (na gut, ihr wisst es).


#4 – In wie weit geht deine Hilfsbereitschaft außerhalb deiner Familie?

Hilfsbereitschaft ist für mich, im gesunden Maße, eine der Grundlagen des sozialen Miteinanders. Ganz gleich, ob innerhalb der Familie, in Freundschaften, am Arbeitsplatz oder allgemein in der Gesellschaft. In der Regel ist sie nicht mal eine bewusste Entscheidung, sondern ein Automatismus, der durch soziale Verpflichtungen in Gang gesetzt wird. Das klingt jetzt nicht sehr altruistisch, aber da ich Schwierigkeiten damit habe, an uneingeschränkte Selbstlosigkeit zu glauben, betrachte ich Hilfsbereitschaft als etwas, das auf einer gewissen Gegenseitigkeit beruht. Nicht in der rein egoistischen Form, die stets das eigene Wohl in den Vordergrund rückt, sondern auf eine Weise, die die Hilfsbereitschaft als Notwendigkeit für das Ganze sieht. Helfe ich einem Freund bei seinem Umzug, mache ich dies nicht, weil ich gerne Möbel ins Dachgeschoss trage oder ich mich selbstlos seinem Wohl opfere, sondern weil ich meine Hilfe als selbstverständlichen Bestandteil einer Freundschaft betrachte, die weit über Umzugshilfen hinaus reicht. Wenn ich einer gestürzten Person aufhelfe, oder einen Menschen unterstütze, der mit seinem Rollator an einem Bordstein festhängt, ist diese Handlung, nüchtern betrachtet, ebenfalls nicht das Ergebnis meiner Nächstenliebe, sondern lediglich ein winziger Beitrag zu einer funktionierenden Gesellschaft. Ein Beitrag, der über das familiäre Maß hinaus reicht – wie weit, kann ich dir aber nicht beantworten, da ich den Maßstab nicht kenne, den ich dazu heranziehen müsste.


#5 – Würde ein Ehrenamt in Frage kommen?

Ich war vor einigen Jahren längere Zeit ehrenamtlich in einem lokalen Tierschutzverein aktiv. Meine Antwort lautet daher grundsätzlich: Ja. Doch wie es immer so ist, führt die Bereitschaft nicht automatisch dazu, dass ich es mache. Ehrenamtliches Engagement hängt von bestimmten Voraussetzungen ab: Zum einen muss ich mich mit der Organisation identifizieren können, was gerade im Tierschutz leider nie so einfach ist, da es viele Vereine gibt, die sich gegenseitig behindern oder viel zu kurzsichtig arbeiten. Unter dem Deckmantel des Tierschutzes verstecken sich zudem leider einige schwarze Schafe, die dafür sorgen, dass ich mich von gewissen Organisationen fernhalte und allgemein misstrauischer geworden bin. Was für Vereine in der humanitären Hilfe ebenfalls gilt. (An dieser Stelle fällt mir ein, dass dazu seit einiger Zeit ein Beitrag in den Entwürfen schlummert, den ich vielleicht mal fertigstellen sollte.)

Dies schränkt den Kreis der infrage kommenden Organisationen ein und erschwert die Erfüllung der weiteren Voraussetzungen. Der zeitliche Aufwand muss mit meinem Berufs- und Privatleben vereinbar sein und es muss sich um eine Tätigkeit handeln, die zu meinen Fähigkeiten passt. Ich bin kein guter Verkäufer und daher nicht geeignet, aktiv Pelzträger aufzuklären oder Infomaterial unter die Leute zu bringen. Es hat einen Grund, weshalb ich beruflich eher im Hintergrund tätig bin.


#6 – Wie sieht deine Vorstellung vom perfekter Leben aus?

Natürlich gibt es immer wieder Situationen, in denen ich mir Perfektion wünsche, gerade wenn die Melancholie Überhand nimmt und ich beginne, alles infrage zu stellen. Die Perfektion erscheint dann als die ultimative Lösung. Doch wäre sie es wirklich? Würden wir das perfekte Leben wirklich leben wollen? Kann ich wunschlos glücklich sein, wenn oft gerade das Verwirklichen eines Wunsches die Erfüllung bringt? Ist es nicht gerade die Suche, die uns antreibt und allem einen Sinn verleiht? Das Streben nach mehr, nach neuem, nach besserem, nach Veränderung? Was gäbe es noch zu erreichen, hätten wir bereits alles, was erreichbar ist? Perfektion bedeutet Stillstand. Stillstand führt zu Unzufriedenheit. Unzufriedenheit lässt die Vorstellung des perfekten Lebens wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen. Für mich ist ein perfektes Leben daher eines, das eben nicht perfekt ist, weil es mir nur dann die Möglichkeit bietet, mich zu verändern, zu entwickeln und neues zu erleben. Leben steht für Entwicklung und die hat in der Perfektion keinen Platz. So verlockend sie manchmal klingt. Erreichen will ich sie nicht.


#7 – Traumurlaub! Wohin und mit wem?

Ich träume von vielen Reisen. Vom kalten, dunklen Alaska im Winter. Von einer Wanderung durch den Sarek Nationalpark. Von einer Reise quer durch Südamerika. Von Japan, Neuseeland, Sibirien und Afrika. Von gigantischen Metropolen und absoluter Einsamkeit. Unmöglich, mich für einen einzigen Traumurlaub zu entscheiden. Zumal Träume immer die Gefahr bergen, zu enttäuschen, wenn man versucht, sie in die Wirklichkeit zu übertragen, weil man dazu neigt, die Erwartungen viel zu hoch anzusetzen oder einfach etwas völlig falsches zu erwarten, anstatt die wahren Erlebnisse auf sich wirken zu lassen. Ob ein Urlaub ein Traumurlaub war, zeigt sich bei mir erst hinterher, wenn ich davon träume, genau diesen Urlaub ein weiteres Mal zu erleben.

Momentan ziehe ich es vor, alleine zu reisen, weil ich nur auf diese Art die Freiheit spüre, einfach mal ich selbst sein zu können und zu tun, was immer mir gerade in den Sinn kommt, ohne Rücksicht auf die Wünsche meiner Reisebegleitung nehmen zu müssen (oder zu denken, es zu müssen).


#8 – Politik! Gehst Du wählen?

Selbstverständlich. Ich stecke gerne 5€ ins Phrasenschwein, aber es ist nun mal so: Ich kann nur Einfluss nehmen, wenn ich wähle. Vor allem aber lassen sich negative oder gar gefährliche Entwicklungen nur verhindern, wenn ich wählen gehe. Angenommen, es gäbe eine zwielichtige Alternativpartei, die auf regen Zuspruch stößt, obwohl sie die Demokratie und unser Wertesystem massiv gefährdet. Es wäre davon auszugehen, dass die Befürworter einer solchen Partei definitiv wählen gehen. Will ich nun verhindern, dass der Einfluss dieser Partei zu groß wird, muss ich schon allein aus diesem Grund wählen, weil jede gültige Stimme, die nicht dieser Partei gilt, ihren prozentualen Anteil reduziert.

Seitdem ich wahlberechtigt bin, habe ich mich an jeder Wahl beteiligt. Die Begründung, nicht zu wählen, weil sich ja sowieso nichts verändern ließe, kann ich nicht mehr hören. So dachten bei der letzten Bundestagswahl mehr als ein Viertel (!) aller Wahlberechtigten. Man muss kein großer Mathematiker sein, um ausrechnen zu können, was sie hätten bewirken können, hätten sie gewählt.


#9 – Du hast die Möglichkeit ein Amt in der Politik zu bekleiden. Welches wäre das?

Eigentlich müsste ich ablehnen und darauf verweisen, dass nur jemand ein so bedeutendes Amt bekleiden sollte, der über das in dieser Position benötigte Fachwissen und die persönlichen Fähigkeiten verfügt, die die Politik so erfordert. Aber es handelt sich hier um ein Gedankenspiel und somit kann ich jetzt davon ausgehen, dass ich über die Voraussetzungen verfüge. Dann würde ich das Amt des Umweltministers übernehmen, den Weg fortsetzen, den Frau Hendricks eingeschlagen hat und mich bei der Agrarlobby noch unbeliebter machen. Ich meine: „Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein“ – das hätte auch von mir kommen können und hat, wie die Reaktionen zeigen, genau den richtigen Punkt getroffen.

Abseits des schwarzen Humors gibt es natürlich enorm viele Dinge, die ich als Umweltminister in Angriff nehmen könnte. Ich würde mich also nicht nur innerhalb der Agrarlobby unbeliebt machen, sondern mich zum Beispiel dafür einsetzen, dass eine „Smartphone-Steuer“ eingeführt wird. Inzwischen werden diese Teile gerne in zwölfmonatigen Abständen ausgetauscht – Hauptsache immer das aktuellste Modell in der Tasche; wohin die alten wandern, inklusive der enthaltenen Akkus, fragt sich kaum jemand – daran muss sich etwas ändern. Und das funktioniert am ehesten, wenn nach den Geldbeuteln der Menschen gegriffen (und sich unbeliebt gemacht) wird. Dafür ließen sich nachhaltige Entwicklungen subventionieren, wie bspw. das „Fairphone“. Ach, mir würden so viele Dinge einfallen, um einen Beitrag dafür zu leisten, dass unser Planet noch eine Weile bewohnbar bleibt…


#10 – Wunsch frei? Erster Wunsch der Dir einfällt

Ich wäre gern… Bundesumweltminister 🙂


Das war’s. Damit bin ich gerade rechtzeitig fertig geworden, denn ich kaue bereits auf der letzten Kaffeebohne herum, die ich in meiner Wohnung finden konnte. Abschließend sollte ich den Award eigentlich weiterreichen, zehn eigene Fragen stellen und die Regeln auflisten. Als bekennender Regelbrecher schließe ich mich jetzt aber einem neuen Trend an und verzichte darauf. Bevor ich Fragen stellen und aus vielen hervorragenden Blogs ein paar wenige herauspicken kann, brauche ich wieder frischen Kaffee. Und der ist mir ausgegangen.

Stattdessen bedanke ich mich hiermit nochmals bei Impressions of Life für die Nominierung!

vogel_sw

Gestohlene Fragen [1] – sich selbst belohnen?

Als ich einst durch das Fernstudien-Infomaterial blätterte, stieß ich auf den Tipp, dass man sich kleine Ziele setzen und für das Erreichen dieser selbst belohnen solle. So könnte man sich selbst ins Kino oder zum Essen einladen, nachdem man eine Einsendeaufgabe erfolgreich bearbeitet hat oder sich nach einer absolvierten Lerneinheit eine Tafel seiner Lieblingsschokolade gönnen. Kürzlich sprang mir die Frage, wie man sich selbst belohne, ins Auge, als ich einen Liebster-Beitrag las. Ich erinnerte mich an meine Reaktion auf den Studien-Ratgeber. „Wie soll das funktionieren?“, fragte ich mich in meinen Gedanken. Ob die Menschen, denen es gelingt, noch keine Bekanntschaft mit dem inneren Dämon gemacht haben, der sich so gerne ungefragt in Entscheidungsprozesse einbringt?

Damals wollte ich es ausprobieren. Eines Abends saß ich am Schreibtisch, hatte einen zweistündigen Block des Lernens und die darauf folgende Belohnung vor mir, als sich diese hinterhältige Stimme in mir zu Wort meldete:

Dämon: „Was hast du denn mit der Schokolade vor?“
Ich: „Ich belohne mich damit fürs konsequente Lernen!“
Dämon: „Die magst du doch gar nicht.“
Ich: „Dann eben mit einer Tüte Habanero-Chips.“
Dämon: „Du wolltest dich gesund ernähren.“
Ich: „Dann eben mit einem frischen Obstsalat.“
Dämon: „Gesunde Ernährung solltest du aber nicht von deinen Lernerfolgen abhängig machen.“
Ich: „Super, hast du eine bessere Idee?“
Dämon: „Die neueste Folge House of Cards ist online.“
Ich: „Darauf habe ich nach zweistündigem Lernen keine Lust mehr.“
Dämon: „Wer sagt hier was von Lernen?“

Überredet. Neue Folgen von House of Cards wurden ja nur freitags veröffentlicht. Da konnte ich ruhigen Gewissens mal eine Lerneinheit ausfallen und das Durcharbeiten der Studienhefte einen Tag lang warten lassen. Anstatt mich selbst fürs Lernen zu belohnen, belohnte mich der innere Dämon fürs Nichtlernen. Er beschränkte es nicht nur auf den Freitag, sondern nutzte jede Gelegenheit, um mich an ein neues Album, einen neuen Film, eine Sporteinheit, ein ungelesenes Buch oder ein fälliges Bier mit Freunden zu erinnern.

Meine Versuche, mich gegen ihn zu stellen und seinen versprochenen Belohnungen zu widerstehen, scheiterten. Vielleicht, weil er recht hatte. Recht damit, dass die negativen Auswirkungen des Fernstudium zu groß waren. Dass ich zu viele Opfer hätte bringen müssen, um den übermotivierten Plan eines Berufseinsteigers zu vollenden, der mich zu allem Überfluss auch noch in einem Berufszweig festgenagelt hätte, der mir gar nicht mehr gefiel. Der innere Dämon belohnte das Nichtlernen also nicht nur mit geschaffenem Freiraum für interessantere Beschäftigungen, sondern zusätzlich mit dem Vermeiden von Negativem. Er war klar im Vorteil und ich konnte keine Belohnungen erfinden, die seine übertroffen hätten. Schließlich hätte nicht einmal am Ende des Weges eine Belohnung gewartet. Der Dämon griff nach den leisesten Zweifeln und stellte sie ins Rampenlicht.

Vielleicht hätte es geholfen, mich selbst für das Nichtlernen zu bestrafen, damit das Lernen schließlich durch Nichtbestrafung belohnt wird. Doch welchen Sinn hätte es gehabt, etwas nur zu tun, um einer Strafe zu entgehen? Zumal ich in diesem Fall auf eine Weise gehandelt hätte, die ich grundsätzlich ablehne. Als Hundehalter gehöre ich nämlich zu den Vertretern der positiven Verstärkung. Wenn ihr denkt, moderne Eltern würden ihre Kinder übermäßig antiautoritär erziehen, dann habt ihr noch keine modernen Hundehalter erlebt. Aber keine Sorge, ich gehöre nicht zum extremistischen Teil der positiv verstärkenden Hundehalter. Sollte mein Hund einer/m Paketzusteller’in in den Arm beißen, würde ich ihn umgehend auf das unerwünschte Verhalten aufmerksam machen, anstatt darauf zu warten, dass er den Arm wieder loslässt, um ihn dann dafür zu belohnen, dass er den Biss freiwillig gelöst hat. Allerdings lehne ich es strikt ab, Lebewesen so zu erziehen/behandeln, dass sie erwünschtes Verhalten nur zeigen, weil sie damit einen aversiven Reiz vermeiden, anstatt es zu tun, weil sie es mit etwas Positivem verbinden.

Ich schweife ab. Es ging um die Frage, wie ich mich selbst belohne. Anhand des Fernstudiums lässt sie sich nicht eindeutig beantworten, denn dieses war eine Fehlentscheidung, die auch mit den besten Belohnungen weder sinnvoll noch richtig geworden wäre.

Vielleicht hilft ein anderes Beispiel: Sport. Eine Betätigung, die automatisch für eine Belohnung sorgt und das sogar auf mehrfache Weise. Zum einen wäre das körperliche Wohlbefinden zu nennen, das sich während der sportlichen Aktivität ausbreitet. Zum anderen stellen auch die langfristigen Effekte eine Belohnung dar: Verbesserte Gesundheit, gesteigerte Ausdauer, erhöhte Leistungsfähigkeit. Ich muss mich also gar nicht zusätzlich selbst belohnen, weil das Ergebnis meines sportlichen Einsatzes dies bereits übernimmt. Entscheide ich mich trotzdem für eine zusätzliche Selbstbelohnung, so könnte mich doch nichts mehr daran hindern, alles zu tun, um diese Doppelbelohnung zu erhalten. Wäre da nicht wieder dieser innere Schweinedämon, der den Sport regelmäßig für nicht notwendig erachtet und den Verzicht auf eine Bewegungseinheit mit anderen, nicht ablehnbaren Belohnungen honoriert und sich zusätzlich damit rühmt, mir damit bei der Vermeidung der mit dem Sport verbundenen negativen Auswirkungen behilflich zu sein. Klingt logisch, denn verzichte ich auf die 70km Radtour, habe ich weder einen Muskelkater, noch schmerzende Handgelenke zu befürchten. Und die freigeschaufelte Zeit lässt sich viel besser mit dem aufwändigen Zähmen eines High-Level Therizinosaurus‘ im Survival-Spiel „Ark“ nutzen.

Der innere Dämon ist also wieder im Vorteil, denn manchmal ist das Vermeiden einer negativen Auswirkung lohnenswerter, als der Erhalt einer Belohnung – und wenn es diese trotzdem oben drauf gibt, hat der Dämon nichts mehr zu verlieren. Dies macht er sich natürlich wieder zunutze und zeigt sich darüber hinaus erneut als schlechter Diskussionspartner:

Dämon: „Wieso willst du dich heute schon wieder so quälen?“
Ich: „Erstens: Es ist keine Qual, ich mache es gerne. Zweitens: Laut Trainingsplan steht heute die nächste Einheit an.“
Dämon: „Trainingsplan. Was hast du denn vor? Willst du an der Tour de France teilnehmen?“
Ich: „Ähm, nein. Ich…“
Dämon: „An einem Marathon. Am Iron Man?“
Ich:  „Äh… also…“
Dämon: „Ganz genau. Also erzähl‘ mir nichts von einem Trainingsplan. Setz‘ dir ein klares Ziel, dann unterhalten wir uns weiter. ‚Etwas fitter werden. Bla bla.‘ Das ist doch kein Ziel!

Ein klares Ziel – damit liegt er vielleicht gar nicht so falsch. Vielleicht funktioniert die Idee der Selbstbelohnungen bei mir nicht, wenn ich sie ohne klares Ziel vor Augen anwenden will. Ohne ein Ziel, das ich unbedingt erreichen will. Ein Ziel, dessen Erreichen selbst eine so große Belohnung darstellt, dass mein innerer Dämon gar keine Chance mehr hat, mich davon abzubringen. Ein Ziel, das alle anderen Faktoren überwiegt und keiner zusätzlichen, selbst gewährten Aufmerksamkeiten bedarf, um erreicht werden zu wollen. Vielleicht fehlt mir manchmal die Konsequenz, vielleicht fehlt mir manchmal die Objektivität – vielleicht bin ich aber auch nur jemand, der nicht zu 100% hinter der Sache steht, wenn er bereits während der ersten Schritte darüber nachdenkt, sich für jeden Schritt zu belohnen, um die Motivation aufrechtzuerhalten. Denn wenn ich wirklich fest entschlossen bin, ziehe ich es durch, ohne dem Dämon die Chance zu geben, sich mir in den Weg zu stellen. Dann bin ich stärker als er.

smartphone-1283012

Musikweltreise – Erster Halt: Finnland

Nach dem Rückblick, ist bekanntlich vor dem Rückblick. Auf den Jahresrückblick müsste daher eigentlich wieder ein Monatsrückblick folgen. Eigentlich. Das Jahr 2017 scheint nämlich ein gewisses Verlangen nach Neuem und Veränderung mitgebracht zu haben. So beschäftige ich mich, im Rahmen des Buch-Dates, erstmals in meiner fast zweijährigen Blog-Historie mit Büchern. Und als ich begann, mich wieder verstärkt mit Büchern zu befassen, stieß ich dank wortgeflumselkritzelkram auf die Buchweltreise. Eine sehr schöne Idee, um den Lesehorizont auf kreative Weise zu erweitern. Ich wollte schon beinahe meine Teilnahme verkünden, als mich meine innere Stimme ausbremste und zu Besonnenheit mahnte. Ein Schritt nach dem anderen. Inspirierend wirkte die Buchweltreise trotzdem, denn was mit Büchern möglich ist, sollte auch mit Musik funktionieren. Nicht sollte – es funktioniert definitiv auch mit Musik, schließlich mache ich seit einigen Jahren nichts anderes, als auf diese Weise um die Welt zu reisen und meinen Hörhorizont zu erweitern.

Ich nutze daher den Schwung der Veränderungen des neuen Jahres und ersetze den musikalischen Monatsrückblick durch eine Musikweltreise. Nach Möglichkeit werde ich in jeder zweiten Woche ein Land besuchen und euch einen oder mehrere Künstler aus diesem präsentieren, die im Idealfall außerhalb dieses Landes kaum bekannt sind. Es geht ja schließlich um die Horizonterweiterung.

Auf geht’s. Den Auftakt der langen Reise darf Finnland markieren. In Finnland begann nämlich auch die Reihe der Monatsrückblicke. Außerdem bietet Finnland nicht nur eine riesige Auswahl an Metal-Bands, sondern auch viele Exporte, die über die Landesgrenzen hinweg einem breiten Publikum bekannt geworden sind, sodass es sich um den idealen Startpunkt für eine kleine Weltreise handelt. Ob Dark-Rock von HIM, Symphonic-Metal von Nightwish, Elvis parodierender Rock’n’Roll der Leningrad Cowboys, Radio-Rock von Sunrise Avenue oder gar der Elektro-Hip-Hop der Bomfunk MC’s. Jedem dürfte schon mal ein Werk eines finnischen Künstlers begegnet sein. Spätestens als Lordi mit Hard Rock Hallelujah den Eurovison Song Contest gewannen. Finnland hat aber noch viel mehr zu bieten – insbesondere Künstler, die Texte in ihrer Muttersprache verfassen. Und finnisch gehört für mich zu den schönsten Sprachen, die es gibt – weshalb nicht mal ein Ohr riskieren und hören, was es abseits der international erfolgreichen Künstler, die auf englische Texte setzen, zu entdecken gibt.


Haloo Helsinki!

Zum Beispiel Haloo Helsinki!, der ersten Band, die ich im Rahmen der Monatsrückblicke präsentierte. Im März des vergangenen Jahres landeten sie auf Platz 1 meiner persönlichen Charts und im weiteren Verlauf sollte sich herausstellen, dass sich diese Neuentdeckung einen festen Platz in meiner Sammlung gesichert hat. Man könnte vielleicht sogar sagen, sie haben sich mit ihrem melodiösen Pop-Rock und dem eindrucksvollen Gesang in mein Herz gespielt. Im März veröffentlichen sie ihr neues Album, darauf bin ich schon sehr gespannt. Die Single „Rakas“ gefällt mir bereits sehr gut, ist mir für diesen Beitrag aber etwas zu düster. Das hätte im November besser gepasst, daher gibt es jetzt etwas älteres zu hören:


Indica

Indica habe ich die Entdeckung von Haloo Helsiniki! zu verdanken, denn vor etwa einem Jahr war Spotify der Ansicht, dass beide Bands vergleichbar seien und präsentierte mir ihr aktuellstes Live- Album in der Empfehlungsliste. Indica wiederum entdeckte ich, weil sie beim „Metal-Label“ Nuclear Blast unter Vertrag standen oder stehen. Irgendwie kurios, denn der Stil, den die Band selbst als Mystik-Romantik-Pop bezeichnet, passt eigentlich gar nicht zu dem Label. Das erste, das ich von ihnen hörte, waren die englischen Versionen ihrer Lieder. Musikalisch durchaus angenehm, aber der Gesang wirkte etwas merkwürdig, beinahe unpassend. Schnell fand ich heraus, woran es lag: Die Texte waren ursprünglich auf finnisch verfasst. Also hörte ich mir die Originalversionen an – und infizierte mich mit dem Virus der finnischsprachigen Musik.


Viikate

Nun zu einer Band, die für die musikalische Horizonterweiterung steht, die eine Musikweltreise mit sich bringt. Denn Viikate waren mir unbekannt, bis ich während meiner Arbeit an diesem Beitrag auf ihre Musik stieß, als ich nach finnischer Rockmusik mit Folk-Einflüssen suchte. Um genau zu sein, begegnete mir das Lied „Mantelinmakuinen„, welches mich bereits nach den ersten Gitarrenklängen auf seiner Seite hatte und mit dem Einsetzen des Gesangs komplett überzeugte. Finnischer Gesang klingt mit männlichen Stimmen nämlich ebenfalls sehr gut. Wikipedia behauptet, ihre Texte seien überwiegend melancholischer Natur. Ihre Videos deuten darauf hin, dass sie diese Melancholie mit einer ordentlichen Portion Humor garnieren. Wenn sie dann eines meiner Lieblingslieder von Motörhead covern, sie dabei sogar das Original-Video parodieren – und das auch noch auf finnisch! – muss ich sie einfach in meine Sammlung aufnehmen und an dieser Stelle erwähnen:


Damit endet mein Aufenthalt in Finnland, der mir zum Schluss einen Neuzugang in meiner virtuellen Musiksammlung bescherte (und ein paar weitere, nicht erwähnte, interessante Künstler, die ich mir näher ansehenhören werde). Das hat sich doch gelohnt.

Bald geht es weiter, mit der zweiten Station meiner Musikweltreise – und der Entdeckung neuer Künstler.

storysamstag

Sprechende Spiegel und sprachlose Spiegelbilder

Spieglein, Spieglein an der Wand
Mit einem Haken, statt der rechten Hand
Sprichst du fünfmal seinen Namen
Kennt er für dich kein Erbamen

„Wie du sagtest, Gedichte sind nicht dein Ding“, unterbrach eine mir unbekannte Stimme meine Erinnerung an einen mittelmäßigen Horrorfilm und hinterließ zugleich eine ausgeprägtere Piloarrektion, als es einst dem Film gelang. Und das obwohl ich damals, mit etwa 12 Jahren, nicht unbedingt zum geeigneten Publikum für einen Horrorstreifen gehörte. Dass mich meine Kindheitserinnerungen, beim morgendlichen Anblick eines Spiegleins, nicht auf direktem Wege hinter die sieben Berge führen, sondern den Umweg über Candyman’s Fluch nehmen, spiegelt den Inhalt der Wochenenden, die ich zwischen Kindheit und Jugend mit meinem Vater verbrachte, ganz gut wider. Seine Filmauswahl härtete zumindest ab. In diesem Moment jedoch, ließ die mysteriöse Stimme die Erinnerungen an den fiktiven Inhalt eines Filmes mit der Realität verschwimmen. Nicht nur, weil ich allein zuhause war und mich der unerwartete Klang einer Stimme erschreckte  – ich sprach die Worte nicht mal aus, sondern legte mir das Gedicht nur in meinen Gedanken zurecht.

„Wieso legt ihr Menschen so viel Wert auf das, was ausgesprochen wird? Ist es die Illusion von Wahrheit? Nur zu glauben, was man mit eigenen Ohren hört, obwohl das Nichtgesagte meist viel bedeutender ist?“, meldete sich die Stimme fragend zurück. Vorsichtig drehte ich mich um, doch anstatt ein blutrünstiges Monster zu erblicken, das mein Leben beenden wollte, sah ich nur die geschlossene Tür des Badezimmers. Ich war allein. Niemand da, der sich heimlich an mich heran schlich oder gar aus dem Nichts erschien. So sollte es also sein. Die sporadischen Selbstgespräche schienen sich in eine beängstigende Richtung zu entwickeln, denn als so real empfand ich die Antworten meines imaginären Gesprächspartners zuvor nie.

„Ihr seid wirklich seltsam. Obwohl ihr die Wahrheit kennt, belügt ihr euch selbst und gebt vor, nach ihr zu suchen. Du kannst dich ruhig wieder umdrehen und mich anschauen. Aber bezeichne mich bitte nicht wieder als imaginär“, sagte die Stimme hinter mir. Hinter mir? Aber dort war nichts, abgesehen vom Waschtisch und dem darüber hängenden, antik anmutenden Spiegelschrank, den mir mein Vormieter ungefragt hinterließ und der mir täglich eine Reflexion präsentierte, in der ich mich selbst zu erkennen versuchte. Spielte mir jemand einen Streich? War ein Lautsprecher im Schrank versteckt? Das ergab keinen Sinn. Selbst der kreativste Spaßvogel wäre kaum in der Lage gewesen, mit meinen Gedanken zu kommunizieren.

„Spieglein, Spieglein“, flüsterte die Stimme, als mein Gesicht nur wenige Zentimeter vom Spiegel entfernt war, der sich tatsächlich als ihre Quelle herausstellte. „Du hast mich gerufen, also wie kann ich dir behilflich sein?“, fragte er und erklärte: „Deine Gedanken nehme ich wahr, aber dazu musst du sie schon selbst aus den Tiefen deines Bewusstseins hervorholen.“

Das war unmöglich. Ein sprechender Spiegel, der meine Gedanken liest und mir helfen will? Rächte sich, nach 15 Jahren, die FSK-Ignoranz meines Vaters? Waren zu viele Hanfnüsse im Müsli oder brauchte ich einfach noch einen Kaffee? Der Spiegel meldete sich wieder zu Wort: „Nun schau‘ endlich her und sag‘ mir, was du siehst!“ Ehe ich antworten und tatsächlich etwas zu einem Spiegel sagen konnte, griff er meine Gedanken und zerrte sie aus meinem Kopf heraus: „Nein, du siehst nicht dich. Du siehst nur das Spiegelbild der Figur, als die du dich ausgibst, um deine Rolle zu spielen, korrekt? Es ist an der Zeit, zu erkennen, wer du wirklich bist und was du wirklich willst. Ansonsten bleibt von deiner Vorstellung vom Glück nur ein Scherbenhaufen zurück!“ – wie vom Spiegel, der in diesem Moment zerbrach.


Ein Beitrag im Rahmen Tante Tex‘ Story Samstags.

buchdate

[Buch-Date #3] – Meine Empfehlungen

Das Jahr 2017 steht offensichtlich ganz im Zeichen der Neuerungen, denn nach fast zwei Jahren in der Blog-Welt, schreibe ich jetzt erstmals über Bücher. Irgendwann ist eben immer das erste Mal. Der Anlass dazu, ist das Buch-Date, welches von wortgeflumselkritzelkram und Zeilenende ins Leben gerufen wurde. Die ersten beiden Ausgaben dieser wirklich interessanten Aktion, verfolgte ich als heimlicher Leser, dessen lange Bücherwunschliste dabei um den ein oder anderen Titel erweitert wurde. Ich las viele großartige Beiträge, die mein Interesse an einer aktiven Teilnahme verstärkten – gleichzeitig aber auch die Zweifel an meinen eigenen Empfehlungs- und Rezensionsfähigkeiten. Doch ohne etwas zu empfehlen und eine Rezension zu schreiben, kann ich gar nicht beurteilen, ob ich es kann oder nicht. Ich muss es einfach mal tun. Also Schluss mit dem Abwägen und Zweifeln, hier ist meiner erster Beitrag zum Bücher-Date.

Die Auslosung hat mich an den Beginn der Dating-Schlange befördert und mir Li von Lebenslichtpfade als Date zugeteilt. Bevor ich mich meinen Empfehlungen für Li zuwende, darf natürlich der Hinweis nicht fehlen, dass auch mir Bücher empfohlen werden – und zwar von Wili. Ich bin sehr gespannt, welche Titel sie für mich parat hat und über welchen ich am 01.03. hier berichten werde.

Vier Fragen galt es vorab zu beantworten, um dem jeweiligen Date eine grobe Orientierung für die drei Empfehlungen zu ermöglichen. Li beantwortete sie wie folgt:

Die letzten drei Bücher, die du gelesen hast?

Die verborgene Sprache der Blumen
Der Schattentänzer
Todsünde

Dein Lieblings-Genre?

Historische Romane, Frauenliteratur, Jugendbücher, Skurriles, Anthologien

Deine drei liebsten Autor*innen?

Stefanie Bender
Evelyn Sanders
Arto Paasilinna

Gibt es etwas, das du überhaupt nicht lesen willst?

Thriller und Krimis, bei denen nur wild rumgemordet wird, Geschichten, die zu durchschaubar sind, Fremdsprachige Bücher, Sachbücher, Biografien


Mit Frauenliteratur werde ich nicht dienen können (naja, stimmt eigentlich nicht, es steht steht ja auch für Bücher von und über Frauen), ein paar Jugendbücher finden sich hingegen in meinem Regal, auch vereinzelt historische Romane und Bücher, die sich nicht so leicht in eine Schublade stecken lassen. Die Biografien und Sachbücher werde ich ignorieren. Schauen wir mal, was dabei herauskommt.

Liane, hier sind meine drei Empfehlungen für dich:

1. Der Wolkenatlas von David Mitchell

Historische Romane zählen zu deinen Lieblingsgenres. David Mitchell hat sogar einen geschrieben, allerdings habe ich diesen noch nicht gelesen. Sattdessen empfehle ich dir ein anderes seiner Werke: den Wolkenatlas. Dieses Buch lässt sich in keine Schublade stecken. Es beginnt im Jahre 1850 (als historischer Roman?) und führt über die Gegenwart bis in eine zukünftige Zeit (Science-Fiction?). Es erzählt, auf unterschiedliche, teils skurrilere Weise, sechs verschiedene Geschichten, die irgendwie miteinander verbunden sind und zu ähnlichen Fragen führen. Du magst Anthologien, bist also in gewisser Weise bereits mit dem vertraut, was dich erwarten würde. Und wie ich gelesen habe, faszinieren dich Wolken – in dem Buch mag es zwar nicht wirklich um selbige gehen, aber dennoch könnte der Wolkenatlas die Faszination vielleicht ein wenig vertiefen.

2. Der Greif von Wolfgang und Heike Hohlbein

Da du gerne Jugendbücher liest, empfehle ich dir als zweites Buch „Der Greif“ von Wolfgang Hohlbein. Es gehört inzwischen zu seinen älteren Titeln… wobei, es ist ein Jahr jünger als ich, soooo alt ist es also gar nicht! Aber zurück zum Buch. Es handelt von einem vierzehnjährigen Jungen, der eines Nachts auf dem Dach seines Elternhauses mit einer „anderen Welt“ in Kontakt kommt und langsam herausfindet, was ihn mit dieser Welt, die voller Gefahren steckt, verbindet. Die Geschichte spielt zu einem Teil in der realen und zu einem Teil in einer Fantasy-Welt, die sich jedoch auch auf die reale auswirkt. Im Vergleich zu anderen (Jugend-)Büchern von ihm, erscheinen mir die Gefahren, denen der Protagonist ausgesetzt wird, als deutlich ernster. Für mich gehört es zu seinen besseren Büchern, denn er schafft es, die Spannung durchgehend aufrecht zu halten und mit der ein oder anderen, durchaus etwas unerwarteten, Wendung zu glänzen.

3. Die Therapie von Sebastian Fitzek

Du magst keine Thriller, bei denen „nur wild rumgemordet“ wird. Mir geht es genauso. Gute Thriller leben von der Spannung und genau diese geht durchs wilde Rummorden verloren oder kommt gar nicht erst auf. Daher empfehle ich dir als drittes Buch Die Therapie von Sebastian Fitzek. Ein blutarmer, spannungsgeladener Psychothriller, der von einem Psychiater handelt, dessen zwölfjährige Tochter spurlos verschwindet. Vier Jahre später wird er, zurückgezogen in einem einsamen Ferienhaus auf einer Nordseeinsel, von einer unbekannten Frau aufgesucht, deren Wahnvorstellungen an das Verschwinden seiner Tochter erinnern und… Stopp, ich will ja nicht zu viel verraten. Mit überraschenden Wendungen sorgt er für Verwirrung und erschwert es, zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden. Fitzeks Debüt ist daher auf jeden Fall eine Empfehlung wert.


Nun hoffe ich, dass etwas für dich dabei ist und bin gespannt auf deine Entscheidung und dein „Urteil“.

Featured Image -- 12557

Der Winter und die Wunder

Diesmal im Mitmachblog: Winter, Wunder…

MitmachBlog

In einigen meiner Beiträge regnet es. Meist im Zusammenhang mit Wind und Temperaturen zwischen 3° und 10°C. Böse Zungen behaupten ja, es würde nur meinen inneren Zustand widerspiegeln. Kalte, einsame Dunkelheit. Sturmböen, die die Hoffnung hinfort wehen und Regen, der die Gedanken mit Zweifeln überspült. Aber dies ist natürlich Unfug. In mir ist es noch viel kälter und dunkler… also meine Vorstellung eines Winterwunterlands ist es.

Winterwunderland – das Thema dieser Woche, die (bevor es bei 3°C zu regnen begann 🙂 ), sogar durchaus winterlich startete. Wenn ich mir ein Winterwunderland vorstelle, denke ich aber ausnahmsweise mal nicht an Schweden, denn Schweden präsentierte sich, während meines dortigen Winteraufenthalts, lieber als Regenwunderland (ja ja, 3-5°C und Regen). In diesem Fall hilft es auch nicht, dass das Winterwunder einige Kilometer weiter nördlich gewartet hätte. Da bin ich nachtragend und wechsle direkt den Kontinent. Kanada. Alaska. Riesige verschneite Wälder, zugefrorene Seen, Eisstraßen. Temperaturen, die…

Ursprünglichen Post anzeigen 286 weitere Wörter

versatile_blogger_award-945x378

Neues Jahr, neues Stöckchen

Mir wurde tatsächlich ein Stöckchen zugeworfen. Ein Stöckchen in Form einer Nominierung für eine Award-Verleihung. Vielen Dank dafür an wortgerinnsel. Was Stöckchen betrifft, ähnle ich ein wenig meinem Hund. Man muss sie mir daher nicht nur zu-, sondern am besten direkt an den Kopf werfen, damit ich sie überhaupt wahrnehme. In diesem Fall war es der Referrer, der mich aufmerksam machte. Es traf mich einst aber auch (fast) ein (neuer) Schuh meiner Exfreundin, als ich sie ratlos betrachtete und mich (und sie) fragte, was mir denn an ihr auffallen sollte.

An einem schmerzhaften Kopf-Treffer bin ich jetzt nochmal vorbei gekommen, hebe das Stöckchen auf und freue mich über die Nominierung. Auch wenn es nie zur realen Verleihung des Versatile Blogger Awards kommen wird. Aber das ist ja egal. Wer will schon etwas verliehen bekommen? Nicht ohne Grund wird auf den Covern diverser Hollywood-Blockbuster so gerne mit den 7-Oscar-Nominierungen angegeben. Dass dem enthaltenen Film diese Oscars niemals verliehen wurden, interessiert nicht. Es interessierte meine Lehrer schließlich auch nicht, dass ich lediglich für einen Schulverweis nominiert war, diesen aber nie verliehen bekam.

Bevor ich mir Gedanken darüber mache, wie ich die neue Award-Nominierung am auffälligsten in den Titel meines Blogs einbinden kann, muss ich mich der Aufgabe stellen, der Nominierung gerecht zu werden. Obwohl das ja eigentlich gar nicht mehr nötig ist, schließlich wurde ich bereits nominiert. Es bekommen doch auch keine Filme den Oscar verliehen, die noch gar nicht gedreht wurden, nur um hinterher zu beweisen, dass die Vorab-Preisverleihung berechtigt war. Vielleicht wäre das aber gar keine so schlechte Idee, denn es erzeugt einen gewissen Leistungsdruck. Ich brauche nämlich häufig gerade diesen Druck, um meine besten Leistungen abrufen zu können. So war meine Prüfungsfahrt zugleich meine beste (und einzige fehlerfreie) Fahrt als Fahrschüler. Der „Druck“ der Abschlussprüfung ließ mich meine Ausbildung als Jahrgangsbester beenden und meine Präsentationen sind besser, je weniger Vorbereitungszeit mir zur Verfügung steht.

Ob der Druck, den die Nominierung für den Versatile Blogger Award mit sich bringt, von Vorteil ist, wird sich zeigen. Die Annahme des Awards ist nämlich mit der Verpflichtung verbunden, sieben persönliche Fakten preiszugeben. Das setzt mich zwar auch unter Druck, aber auf eine andere Weise. Jetzt kann ich nicht mehr mit Stressresistenz oder Fachwissen glänzen – jetzt geht es um die Fähigkeit zur Selbsteinschätzung. Zum Glück wird nicht nach sieben Charaktermerkmalen gefragt, denn damit wäre ich gänzlich überfordert. Wie würden Freunde Sie beschreiben?, lautete mal die Worst-Case-Frage in einem Vorstellungsgespräch. Den Job habe ich übrigens nicht bekommen. Aber es geht ja nur um 7 Fakten, nicht um Selbstbeschreibungen oder gar das Äußern von Gefühlen. Glück gehabt.

Versatile – vielseitig. Ich soll also für meine Vielseitigkeit ausgezeichnet werden. Vielseitigkeit könnte man sogar fast als einen Fakt über mich durchgehen lassen. Aber das wäre zu einfach und einfach liegt mir wirklich gar nicht. Mein damaliger Englischlehrer hat wahrscheinlich noch heute Albträume von mir und meinen langen, verschachtelten Sätzen. Er riet mir nach jedem Test und nach jeder Klausur, kürzere Sätze zu schreiben. Lieber viele fehlerfreie, als wenige fehlerreiche. Natürlich hatte er recht. Doch ich konnte es nicht. Wie sehr ich es auch probierte, ich war nicht dazu in der Lage, konsequent kurze, aussagekräftige Sätze zu verfassen. Immerhin gelang es mir im Laufe der Zeit, die Fehlerquote deutlich zu senken – so sehr, dass mein Lehrer mich letztendlich nicht mehr bat, auf kurze Sätze zu setzen.

Oft entsteht der Eindruck, diese Awards seien bloß eine modernere Form von Kettenbriefen. Kettenbriefe lassen jedoch meist keinen eigenen Inhalt zu, sondern nur das lästige Weiterreichen eines vorgegebenen Textes. Sie ergeben also überhaupt keinen Sinn, jedenfalls keinen, der sich mir erschließt. Blogger-Awards hingegen bieten die Möglichkeit, im vorgegebenen Rahmen, etwas Eigenes daraus zu machen. Man kann sie individualisieren. Zwar bin ich in der Regel gegen Trends und schwimme lieber gegen den Strom, als das zu tun, was andere tun oder erwarten, aber das bedeutet ja nicht, dass keine Ausnahmen erlaubt sind. Es geht mir viel mehr darum, dass die Anderen nie der Grund dafür sein sollten, selbst etwas zu tun. Ich habe mir nie Pokemon-Karten und Schuhe mit 20cm dicken Sohlen gekauft, weil ich es total bescheuert fand, woran ihr Auftreten als Modeerscheinung nichts ändern konnte. Wenn das neue Amy Macdonald Album auf Platz 1 der Charts landet, kaufe ich es mir aber trotzdem. Weil mir ihre Musik gefällt – nicht weil es so viele andere ebenfalls kauften. Deswegen nehme ich Blogger-Awards und Stöckchen gerne entgegen. Es macht mir Spaß, mitzumachen, daher interessiert mich nicht, ob sie eine Massenbewegung oder vollkommen verhasst sind.

Einen Punkt gibt es aber dennoch, der mich an Blogger-Awards stört. Regeln. Sie zwingen mich dazu, etwas zu tun oder eben nicht zu tun. Sie schränken meinen Handlungsspielraum ein und geben den Rahmen vor, in dem ich mich bewegen darf. Rauchverbot auf dem Schulgelände. Keine Internetnutzung am Arbeitsplatz. Tempo 120 auf der Autobahn. Regeln, Regeln, Regeln. Allerdings wäre es ohne sie ziemlich langweilig, denn wo bliebe der Reiz der Regelverstöße, wenn es keine Regeln gäbe. Nicht, dass es falsch verstanden wird. Selbstverständlich habe ich nie auf dem Schulgelände geraucht, niemals am Arbeitsplatz das Internet genutzt und noch die vorgegebene Höchstgeschwindigkeit überschritten! Doch muss ich wirklich exakt 7 Fakten nennen, wenn ich den Versatile Blogger Award annehme? Und muss ich tatsächlich 15 weitere Blogs nominieren? Kann ich mir die Nummerierung der Fakten nicht einfach sparen und euch stattdessen fragen, wie viele ihr gezählt habt? Kann ich nicht auf die Nominierung weiterer Blogs verzichten, weil die, die ich unter Umständen nominiert hätte, bereits nominiert wurden oder mir vor Verärgerung über den Stöckchenwurf einen ganzen Baum entgegen schmeißen würden?

Wer darf mit ins Bett?

Es ist mal wieder an der Zeit für die Teilnahme an einer Blogparade. Sie ist mir bereits auf einigen Blogs begegnet, bisher konnte ich mich aber noch nicht zur Teilnahme durchringen. Jetzt rückt mit dem 07. Januar die Deadline näher und bevor ich die Chance endgültig verpasse, wage ich mich doch noch an das Thema heran und präsentiere euch meine 6 fi(c)ktiven Figuren fürs Bett, nach denen die Singende Lehrerin fragte.

In den Beiträgen, die ich bisher dazu gelesen habe, dominieren die Nennungen männlicher Charaktere. Also ein weiterer Grund teilzunehmen und sexchs weibliche Figuren zu nennen. Zwei kamen mir sofort in den Sinn, für die weiteren vier musste ich ein wenig durch meinen Film- und Serienverlauf der vergangenen 15 Jahre wühlen. Dabei muss ich allerdings aufpassen, denn es wird ausdrücklich nach Figuren gefragt, die man zwar nicht von der Bettkante stoßen würde, die aber keinesfalls etwas für eine ernsthafte Beziehung wären.


Hannah McKay (Yvonne Strahovski) in Dexter

Hannah McKay ist definitiv eine dieser Figuren. Mysteriös, intelligent, gefährlich und dabei irgendwie sehr anziehend. Man weiß, man sollte sich von ihr fern halten, aber es geht einfach nicht. So wickelte sie nicht nur Dexter um den Finger, sondern auch mich. Und sie ist definitiv nichts für eine ernsthafte Beziehung. Ich würde sogar bereits vor dem Frühstück verschwinden, wenn ich es noch kann. Wer weiß, was sie mir in den Kaffee mischt…


Sarah Manning (Tatiana Maslany) in Orphan Black

Sarah Manning ist kämpferisch, wild und auf eine spezielle Weise doch sehr sensibel. Eigentlich ist es ja gemein, bei dem, was sie durchmacht, darüber nachzudenken, ob man sie „von der Bettkante“ stoßen würde. Aber es beruht ja auf Gegenseitigkeit. Etwas ernsthaftes ist ebenfalls nicht drin, dafür ist sie nicht nur zu sehr mit anderen Dingen beschäfigt, sondern mir vermutlich doch eine Spur zu aufgedreht.


Elizabeth Keen (Megan Boone) in The Blacklist

Elizabeth Keen ist eine junge, sympathische Profilerin des FBI, die so viel Zeit mit ihrem Job verbringt, dass an eine ernsthafte Beziehung sowieso nicht zu denken ist. Außerdem würde sie mich dauernd analysieren. Also noch intensiver, als Frauen es sowieso schon tun. Doch wenn sie schon auf der Bettkante sitzt, läge es mir fern, sie dort herunterzuschubsen.


Maya Lambert (Jessica Chastain) in Zero Dark Thirty

Vom FBI zur CIA. Von der „Profilerin“ zur „Analystin“. Offensichtlich haben Frauen in solchen Rollen eine besondere Wirkung auf mich, gerade wenn sie diese Stärke ausstrahlen und trotz aller Hindernisse nicht aufgeben. Kommen dann auch noch rote Haare hinzu… ach ja… Zum Heiraten muss ich mir jetzt wohl eine andere Figur aussuchen, die von Jessica Chastain gespielt wird.


Dr. Allison Cameron (Jennifer Morrison) in Dr. House

Es gibt tatsächlich eine „Lieblings – Frage“, die ich beantworten kann: Nämlich die, nach meinem Lieblings-Serienarzt. Das ist zweifelsfrei Dr. House. Ihn möchte ich allerdings nicht in meinem Bett antreffen. Dort wäre mir meine Lieblings-Serienärztin definitiv lieber: Dr. Allison Cameron. Ihr Chef sagte zwar regelmäßig, er habe sie nur wegen ihres Aussehens eingestellt, aber wer es solange mit einem solchen Chef aushält (und auch nicht gefeuert wird), hat deutlich mehr auf Lager, als nur „gutes Aussehen“.


Libby / Blitzie (Ellen Page) in Super – Shut Up, Crime!

Also gut, eine „Superheldin“ schafft es dann auch noch mit ins Bett in diesen Beitrag. Eine, sagen wir, etwas verrückte Figur. Aber irgendwie auch liebenswert. Und dieses Superheldenkostüm steht ihr verdammt gut.


Das waren nun meine sechs fi(c)ktiven Figuren fürs Bett. Jetzt hoffe ich nur, dass es unter euch keine Profiler gibt, die die genannten Figuren, Serien und Filme für eine detaillierte Analyse meiner Persönlichkeit nutzen.

Gefangen auf der Straße

Neues Jahr, neues Thema. Hier geht es zu meinem Mitmachblog-Beitrag.

MitmachBlog

Das grelle LED-Licht der Laternen hob den sowieso schon kräftigen Regen nochmals hervor, der, wie ein Künstler im Bühnenlicht, seine Vorstellung präsentierte. Vom Wind angetrieben, trafen die dicken Regentropfen auf die wartenden Menschen und peitschten krachend gegen die Wände und auf das Dach des Haltestellenhäuschens. So laut, dass ich die Musik in meinen Ohren kaum noch hören konnte. Die Reifen des herannahenden Busses drängten das Wasser, welches bereits einige Zentimeter hoch auf der Straße stand, zu den Seiten. Kleine Wellen bildeten sich, die den Bordstein überspülten und die Schuhe der Menschen verschluckten, die sich in Erwartung der besten Sitzplätze an die Stellen quetschten, an denen sie die Türen des Busses erwarteten.

Wie immer, hielt ich mich aus dem Gedränge raus. Sitzplätze sind, sobald eine Belegung von etwa 50% in die Nähe rückt, eine höchst unangenehme Angelegenheit und stets mit dem großen Risiko verbunden, den winzigen Raum zwischen Fenster und Gang mit…

Ursprünglichen Post anzeigen 833 weitere Wörter