Musikalischer Monatsrückblick – August’16 (#6)

Heute gibt es bereits den sechsten musikalischen Monatsrückblick. Sechs Monate sind also schon wieder vergangen, nach dem ich erstmals tiefere Einblicke in meinen Musikgeschmack gewährte. Tja, die Zeit steht nicht still. Aus musikalischer Sicht ist das gar nicht so verkehrt, denn neue Musik zu produzieren ist ein Prozess, der viel Zeit beanspruchen kann. Wenn diese nicht verginge, gäbe es nichts neues zu hören und der vergangene Monat hätte ohne die eine oder andere hörenswerte Neuerscheinung auskommen müssen.

Da wäre das neue Album meiner niederländischen Symphonic-Metal Lieblinge Delain: Moonbather. Zwar kommt es mir vor, als sei das letzte Album erst kürzlich erschienen, doch liegt das tatsächlich schon fast zweieinhalb Jahre zurück. Eine weitere Bestätigung dafür, dass die Zeit rasend schnell vergeht. Im Falle Delains soll es mir aber Recht sein, wenn regelmäßig neues Material erscheint. Von den oder dem Piraten um Running Wild gab es ebenfalls ein neues Werk zu bestaunen: Rapid Foray. Und als Schalke-Sympathisant interessiert mich natürlich neben dem Gelsenkirchener Trash-Fußball auch der Gelsenkirchener Thrash-Metal von Sodom, die ihre Diskographie mit Decision Day um ein Album erweiterten.

Ein neues Album gab es auch von den sich ewig selbst kopierenden Sabaton, deren Last Stand sich überraschender Weise wieder mit diversen Schlachten beschäftigt. Nicht zu vergessen sind auch die Neuerscheinungen von Equilibrium, Winterstorm und Tarja. Ein bisschen Mittelalter-Folk-Rock darf natürlich nicht fehlen – diesen lieferten im August Feuerschwanz mit Sex Is Muss. Und wenn wir schon beim Folk sind, sollten wir auch noch Midgard von Faun erwähnen. Als bekennender Fan der Toten Hosen lauschte ich auch den Klängen von Serum 114, die oft mit den Altpunks verglichen werden und ebenfalls ein neues Album am Start hatten. Und um die Aufzählung der vielen August-Neuveröffentlichungen endlich zu beenden, bekommt ihr jetzt mein persönliches Highlight auf die Ohren, ehe ich euch meine Top5-Künstler des letzten Monats präsentiere:


 

Nun kommen wir zu meinen meist gehörten Künstlern des Monats August 2016:

august16
Von 62 gehörten Künstlern sind dies meine Top 5 des Monats August

1. Edguy

Einst als Schülerband gegründet, gehören sie heute wahrscheinlich zu den weltweit erfolgreicheren Metal-Bands. Für mich gehörten sie eine Zeit lang sogar zu den besten. Als ich im Jahr 2003 eine Metal-Zeitschrift in den Händen hielt und die beiliegende CD in das Laufwerk meiner Anlage legte, auf der einige Lieder diverser Neuveröffentlichungen enthalten waren, ließ mich ein Song nicht mehr los. Unmittelbar darauf fand ich mich im Elektronik-Markt wieder und hielt das Live-Album Burning Down The Opera in den Händen. Was diese Band bis zu diesem Zeitpunkt veröffentlichte, zählt für mich auch heute noch zu den Highlights des (Power) Metals. Ihr bekommt nun den Song zu hören, der mich als 15-Jähriger so in seinen Bann zog (er tut es heute übrigens immer noch. Da fällt mir ein, dass er es durchaus in die Blogparade der zehn Songs zum laut aufdrehen hätte schaffen können).


2. Feuerschwanz

Ihr kennt es ja schon. Kaum ein Monat, der ohne Mittelalter-/Folk-Rock auskommt. Im August setzten sich Feuerschwanz in meiner Playlist fest – sie veröffentlichen nämlich ein neues Album. Im Gegensatz zu den anderen Vertretern des Genres, steht bei Feuerschwanz ausdrücklich der Spaß im Vordergrund. Sie bezeichnen ihre Musik sogar selbst als Mittelalter Folk Comedy. Doch wo etwas lustig ist oder sein soll, hört bei vielen bekanntlich der Spaß auf und so wurden sie im letzten Jahr wegen Sexismus-Vorwüfen von einem Festival der Uni Osnabrück ausgeladen. Und was macht nun die Band? Sie veröffentlicht ein Album mit dem Titel Sex Is Muss. Und hier gibt es jetzt das gleichnamige Lied zu hören:


3. Amy Macdonald

Ebenfalls fast monatlich vertreten: Singer-Songwriter’innen. Diesmal schaffte es diejenige in meine Top5, durch die ich das Genre überhaupt erst kennenlernte. Als ich damals This Is The Life im Radio hörte, setzte sich das Lied so sehr in meinem Gehörgang fest, dass ich schließlich zum ersten Mal ein Album kaufte, dass nicht in das Rock oder Metal Genre fällt. In der Liste meiner meistgehörten Künstler der letzten 10 Jahre steht sie auf Platz 19 und ist damit wohl meine Lieblings-nicht-Rock/Metal-Künstlerin.


4. Volbeat

Diese dänische Metal-Band hatte ich lange Zeit ignoriert. Zugegeben, es lag daran, dass ich den Bandnamen nicht mit Metal verband und der Sänger auf Fotos eher wirkte, wie Dick Brave. Ich zog diese Band also nie wirklich in Betracht. Bis mich ein Arbeitskollege mit ähnlichem Musikgeschmack fragte, ob ich Volbeat kenne. Darauf hin hörte ich in das Album Guitar Gangsters & Cadillac Blood rein – und, ja, gar nicht so schlecht. Ich bedankte mich für die Empfehlung und kaufte drei ihrer Alben. Kürzlich veröffentlichten Volbeat wieder ein neues, allerdings fehlt mir bei ihnen irgendwie die Abwechslung, sodass es mir zu schnell zu langweilig wird. Aber dafür gibt es ja noch die alten Alben und Kracher, wie diesen:


5. Within Temptation

Zum Schluss ein wenig Symphonic-Metal und eine weitere Band, die ich viel zu lange nicht beachtet habe. Dies lag daran, dass ich ihren Song Ice Queen und das dazugehörige Video im Jahr 2000 als Zwölfjähriger nicht mochte und als sehr nervig empfand. In der Folge schenkte ich dieser Band kaum Beachtung. Erst 14 Jahre später, als sich längst andere Symphonic-Metal Bands, wie Nightwish, Delain, Xandria und Nemesea in meiner Sammlung tummelten und mir das neue Album Hydra als Spotify-Empfehlung präsentiert wurde, erhielten sie wieder meine Aufmerksamkeit. Hydra lief in Dauerschleife, die Vorgänger-Alben wurden gekauft, Within Temptation fester Teil meiner Musiksammlung und ich fragte mich, wieso ich für diese Erkenntnis so viel Zeit benötigte.


Und damit sind wir auch wieder am Ende angelangt. Dies waren meine Top5 des Monats August 2016. Bis zum nächsten Mal.

Reden oder Schweigen?

Neue Woche, neues Thema.
Lasst uns alle mal drüber reden. Oder doch lieber Schweigen?

MitmachBlog

Es gibt viele Themen, deren Vertiefung bereits beim ersten Anschein einer Annäherung unterbunden wird. Nur wenige Worte reichen aus, um den Gesprächspartner in Angst und Schrecken zu versetzen und selbst mit einem panischen Darüber spricht man nicht zum Schweigen gebracht zu werden. Ganz oben auf der Liste der nicht anzusprechenden Themen steht natürlich das ewige Tabu-Thema. Über den Tod spricht man nur, wenn er in weiter Ferne hunderte oder tausende Menschen trifft oder wenn man den Kill Count des letzten Rambo-Films oder seine Call of Duty Statistik betrachtet. Kommt er einem aber selbst zu nahe, gilt offenbar das Motto: Lässt er sich nicht totschweigen, muss man bis zum Tod schweigen. Oder so.

Doch neben dem Klassiker existieren natürlich viele weitere Themen, die grundsätzlich nicht oder in bestimmten Situationen oder bestimmten Menschen gegenüber nicht angesprochen werden sollten. In den sechs Jahren, die zwischen der Diagnose und dem Tod meines Opas lagen, haben…

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Was wäre wenn? [Montagsfragerunde #9]

Zwischen dem Chaos des Alltags und dem Nachgehen der gewohnten Verpflichtungen, gibt es sie, diese Momente. Momente in denen mich, hin- und hergerissen zwischen scheinbarer Entschlossenheit und völliger Planlosigkeit, frage, was wohl wäre wenn. Was wäre, wenn ich an einem der vielen Punkte, die, in den vergangenen immerhin schon 28 Jahren, Entscheidungen erforderten, einen anderen Weg gewählt hätte?

Der erste fragliche Punkt ist das Ende meiner Schulzeit. Vorher habe ich aus Altersgründen nur eingeschränkt Entscheidungen treffen können, die die Entwicklung meines Lebens bedeutend beeinflussten. Doch das Ende meiner (Pflicht-)Schulzeit habe ich selbst, bewusst, herbeigeführt. Mit dem Realschulabschluss in der Tasche, war für mich klar, dass ich die Gelegenheit nutze, um der Tyrannei endgültig zu entfliehen. Fast zwölf Jahre später kommt gelegentlich die Frage auf, ob es nicht vielleicht doch besser gewesen wäre, die Zähne zusammenzubeißen und weitere 1095 Tage für das Abitur zu investieren. Wäre heute irgendetwas besser? Vielleicht war es sogar die richtige Entscheidung, nach der zehnten Klasse aufzuhören, weil ich die Schule sonst nicht mit dem Abitur, sondern in einer Zwangsjacke verlassen hätte und mich heute fragen würde, was wohl wäre, hätte ich mich nach der zehnten Klasse aus dem Schulwahnsinn zurückgezogen.

Die was wäre wenn – Frage lässt sich nicht beantworten. Sie führt nur zu Spekulationen. Ich kenne die Antwort(en) nicht und vermutlich wird sie mir auch niemand nennen können. Vieles wäre mit Sicherheit anders, doch bedeutet anders nicht besser. Der Versuch, mit dieser Frage etwas über meine Berufswahl herauszufinden, endet ähnlich. Hätte ich mich für einen anderen Beruf, für eine andere Branche entscheiden sollen, anstatt für eine, deren einzige Zukunftsperspektive aus unterbezahlten und dauer-befristeten Jobs besteht? Zwar habe ich glücklicher Weise einen recht guten Job erwischt, damit aber bereits einen Punkt erreicht, der kaum Entwicklungspotential bietet, wodurch in Zukunft eine Menge Stillstand droht. Keine langfristig motivierenden Aussichten, wenn ich daran denke, dass noch etwa 39 Arbeitsjahre auf mich warten. Ob eine abweichende Berufswahl für mich besser gewesen wäre, lässt sich auf diese Weise trotzdem nicht beantworten, schließlich hängt das Berufsglück von vielen weiteren Faktoren ab.

Was wäre wenn? und Hätte ich nicht lieber…? – mit diesen Frage drehe ich mich lediglich erfolgreich im Kreis. Welchen Nutzen hat es schon, im Hier und Jetzt zu resignieren und darüber zu sinnieren, welche Auswirkungen andere Entscheidungen auf mein Leben, auf die Gegenwart gehabt hätten? Ohne Zeitmaschine, mit der sich zu einem beliebigen Punkt zurückreisen ließe, um irgendetwas in eine andere Richtung lenken zu können, muss ich mich mit meinen (nicht oder vielleicht auch falschen) getroffenen Entscheidungen abfinden. Außerdem muss ich bedenken, dass, im Laufe der Zeit, bereits eine geringfügige Änderung so große Auswirkungen haben könnte, um die Gegenwart völlig anders aussehen zu lassen. Ist mein Leben so schlecht, dass ich bereit wäre, es komplett auf den Kopf zu stellen, nur um irgendeine der vielen Entscheidungen zu revidieren? Möglich ist es nicht, aber bedeutet unter Umständen nicht allein der Gedanke daran, bestimmte Dinge so sehr zu bereuen, dass man bereit wäre, alles jetzige aufzugeben, nur um eine Sache zu korrigieren und aus seinem Lebenslauf zu streichen?

Wenn ich mir die was wäre wenn – Frage schon stellen muss, dann nicht bezogen auf die Vergangenheit, sondern auf die Zukunft. Was wäre, wenn ich jetzt Entscheidungen treffe, die mein Leben in die gewünschte Richtung lenken? Die Vergangenheit kann ich nicht ändern, will ich vielleicht auch gar nicht, weil ja eben nicht alles schlecht läuft. Ich kann aber daran arbeiten, die negativen Faktoren zu verbessern. Während meiner Auszeit in Schweden kam die Frage einige Male vor. Was wäre, wenn ich einfach bleibe? Nicht zurück in den lästigen Alltag kehre? Einfach alles zurücklassen, einen Neuanfang wagen. Von heute auf morgen. Blödsinn!, grätschte mein Verstand dazwischen, wie Gennaro Gattuso zu seinen besten Zeiten in seine Gegenspieler. Autsch, aber Recht hatte er ja. Diese Frage überhaupt so zu stellen, zeugte schon von einem gesteigerten Realitätsverlust. So einfach ist es nicht. Leider. Zu viele Verpflichtungen, zu viele Faktoren, die im modernen Leben eine wichtige Rolle spielen und den Fluchtversuch bei Nichtbeachtung in ein Desaster verwandeln. Ich muss die Frage realistischer stellen: Was wäre, wenn ich die große Veränderung herbei wirke. Wenn ich es riskiere? Würde es funktionieren? Wäre es der richtige Schritt in Richtung Glück? Nur nutzt mir diese Frage weiterhin nichts. Träume, Wünsche, Fragen – sie sind wertlos, wenn nicht mehr aus ihnen wird, weil ich meine Zeit bloß damit fülle, darüber zu spekulieren, was wohl wäre, wenn ich es täte, anstatt es zu tun.

Wo kämen wir hin, // wenn alle sagten, // wo kämen wir hin, // und niemand ginge, // um einmal zu schauen, // wohin man käme, // wenn man ginge.

Kurt Marti (Quelle: https://de.wikiquote.org/wiki/Kurt_Marti )

Recht hat er. Will ich wissen, was wäre wenn, dann muss ich gehen, um zu schauen, wohin ich komme.

Story-Samstag: Heimat

TanteTex hat im Rahmen ihres Story-Samstags den Begriff Heimat in die Blogger-Runde geworfen, damit zugleich ein Thema erwischt, das bereits seit einiger Zeit steter Begleiter meiner Gedanken ist und mich somit dazu motiviert, mich an ihrer Aktion zu beteiligen.

Heimat – was ist das überhaupt? Mal abgesehen von der missbräuchlichen Verwendung dieses Wortes, als Stütze für wirre, rechtspopulistische Propaganda. Heimat als ein Ort, an dem niemand geduldet wird, der nicht in die eigene, beschränkte Weltanschauung passt. Nein, Heimat muss etwas ganz anderes sein. Nur was? Der Duden beschreibt Heimat als Land, Landesteil oder Ort, in dem man [geboren und] aufgewachsen ist. Doch wieso sollte man diesen Ort als Heimat bezeichnen, wenn es doch bereits andere, vielleicht passendere Begriffe dafür gibt. Geburtsort oder Herkunft. Wobei Zweiteres zutreffender ist, wenn das Aufwachsen berücksichtigt werden soll. Andererseits ist Herkunft zu schwammig, denn verließe ich den Hamburger Vorort wieder, so wäre dieser theoretisch meine (neue) Herkunft. Ist Heimat vielleicht doch der richtige Begriff? Aber müsste man sich dort denn dann nicht auch heimisch fühlen? Zum Glück bietet der Duden eine weitere mögliche Definition, denn Heimat kann auch für den Ort stehen, an dem man sich durch ständigen Aufenthalt zu Hause fühlt (oft als gefühlsbetonter Ausdruck enger Verbundenheit gegenüber einer bestimmten Gegend).

Nun wird es kompliziert. Wie sieht es aus, wenn man sich zwar ständig an einem Ort aufhält, sich an diesem aber nicht wirklich zu Hause fühlt? Ist es in diesem Fall statt Heimat lediglich der aktuelle Aufenthaltsort? Ist mein Herkunftsort dann meine Heimat? Aber mit diesem Ort fühle ich mich ebenfalls nicht sonderlich verbunden. Was bleibt dann noch? Heimatlosigkeit? Oder spielt es gar keine Rolle und die Heimat ist selbst dann die Heimat, wenn man sich dort nicht heimisch fühlt? Dies würde dem Begriff der Heimat jedoch einen negativen Beigeschmack verpassen, was meiner Auffassung widerspricht, dass es sich bei der Heimat um einen positiv behafteten Ort handeln sollte.

Schauen wir doch mal, wie andere Blogger es sehen. Wortgeflumselkritzelkram hat ebenfalls teilgenommen und ihre Gedanken zur Heimat geäußert. Sie kommt abschließend zu dem interessanten Fazit, dass Heimat der Ort sei, an dem sie ist und den sie dazu macht. Liegt es also an mir, dass ich mich weder an meinem Herkunfts- noch an meinem derzeitigen Aufenthaltsort heimisch fühle? Doch wie gelingt es mir, den Ort an dem ich bin, zu meiner Heimat zu machen? Irgendetwas scheint zu fehlen. Irgendetwas erschwert mir die Erschaffung meiner Heimat, eines Ortes, zu dem ich mich hingezogen und an dem ich mich uneingeschränkt wohl fühle. Ist es wirklich möglich, einen Ort zu seiner Heimat zu machen oder ist es viel eher so, dass sich der Ort zur Heimat macht? Sich wohl zu fühlen, glücklich und zufrieden zu sein, sind keine bewussten Entscheidungen. Ich kann mich nicht nicht dazu entschließen, etwas zu fühlen, das ich gerne fühlen möchte. Es wäre schön und würde mir viele Zweifel ersparen, aber es funktioniert eben nicht. Gefühle lassen sich nicht erzwingen. Sie treten von selbst auf. So wie zuletzt in Schweden, als ich den Ort meiner zehntägigen Auszeit erreichte und mir meine Gedanken bei der Ankunft vorgaukelten, ich sei nach langer Zeit wieder zu Hause.

Macht dies Schweden, oder das kleine schwedische Dorf, zu meiner Heimat? Nein, irgendwie auch nicht. Der gefühlsbetonte Ausdruck enger Verbundenheit gegenüber einer bestimmten Gegend, wie es im Duden heißt, trifft auf Schweden zwar definitiv zu, doch dafür fehlt der ständige Aufenthalt. Es ist bloß eine Wunsch-Heimat. In einigen Jahren vielleicht sogar meine Wahlheimat. Die Frage nach der momentanen Heimat bleibt offen. Ist es doch die kleine, grüne Stadt am Niederrhein, in der ich aufgewachsen bin? Ganz so schlimm war es dort schließlich nicht und die Erinnerungen rufen auch keine Albträume hervor – doch die Tatsache, dass ich nach meinem Umzug, vor etwa viereinhalb Jahren, kein einziges Mal Heimweh verspürte, lässt mich daran Zweifeln, dass dieser Ort meine Heimat sein könnte. Gerade die Sehnsucht nach dem Ort, den man verlassen hat, ist doch ein deutliches Zeichen für die Existenz einer Heimat. Bedeutet dies, dass mein aktueller Wohnort womöglich doch zu meiner Heimat geworden ist? Zumindest zu einer temporären Heimat, die darauf wartet, von der echten abgelöst zu werden?

Oder gibt es sie wirklich (noch) nicht?

I got no roots – they’re not set in stone
I got no place – that I call home

Schubladen voller Klischees

Mein zehnter Beitrag im Mitmachblog. Dieses Mal zum Thema Klischee. Ob es etwas bedeutet, dass der Beitrag 666 Wörter hat?

MitmachBlog

In dieser Woche beschäftigen wir uns also mit dem Thema Klischee. Nicht zu verwechseln mit dem Plissee. Obwohl diese beiden Dinge sogar eine sehr ausgeprägte Gemeinsamkeit vorweisen können: Sie beschränken die Sicht und sorgen dafür, dass man nur noch das sieht, was man sehen will. Wenn man nur das glaubt, was man sieht, ist es von großem Vorteil, selbst bestimmen zu können, was man überhaupt sieht. Wenn etwas nicht ins Bild passt, sieht man einfach nicht so genau hin oder schließt das geistige Plissee und dann steckt man das, was man sieht, in eine der vorbereiteten Schubladen.

Von diesen Schubladen existieren einige. So viele, dass es mir eigentlich deutlich komplizierter erscheint, etwas oder jemanden zu schubladisieren, anstatt es, sie oder ihn einfach individuell zu betrachten. Aber gut, lassen wir den Menschen ihre Schubladen. Die Berechtigung dieser lässt sich anhand der vielen deutschen Städte, die von geflüchteten IS-Terroristen in Schutt und Asche gelegt wurden, bestätigen…

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Elf Fragen [Montagsfragerunde #8]

Es wird mal wieder Zeit für ein paar Montagsfragen. Diesmal keine, die ich mir selbst stellte, sondern elf Fragen, die SackingBob74 in seinem Liebster-Award-Beitrag stellte, ohne dabei Nominierungen zu äußern. Und es wäre doch zu schade, wenn die Fragen mangels Stöckchenwurf unbeantwortet blieben.


1. Wie lautet die Frage nach dem Sinn des Lebens, dem Universum und dem ganzen Rest?

Als nicht-religiöser Mensch kann ich mich nicht auf den Antworten ausruhen, die uns die unterschiedlichsten heiligen Schriften liefern wollen. Mit dem Glauben ist es sowieso so eine Sache. Manchmal klingt es verlockend, es sich einfach zu machen und den Worten anderer bedingungslos zu vertrauen, aber dann kommt eine meiner Eigenschaften ins Spiel, die bereits meine Lehrer stets zur Verzweiflung brachte. Ich entscheide mich gerne für den komplizierteren Weg und habe geringfügige Probleme damit, zu tun, was andere von mir verlangen, sofern diese mir nicht mein monatliches Gehalt überweisen. Und da die Kirche mir kein Gehalt zahlt, sondern sich nur erdreistet, sich auch noch an selbigem zu bedienen, halte ich mich von ihr fern und orientiere mich lieber an der Wissenschaft. Mit ihr lässt sich zumindest bis zu einem bestimmten Punkt erklären, wie das Leben, das Universum und der ganze Rest entstanden sind und funktionieren. Die Frage nach dem Sinn beantwortet allerdings auch die Wissenschaft nicht. Vielleicht liegt es daran, dass es keinen höheren Sinn gibt. Das klingt womöglich etwas depressiv, aber wäre es nicht sinnvoller, sich einfach darüber zu freuen, überhaupt zu existieren und Teil dieses Phänomens namens Leben zu sein, anstatt seine Zeit mit der Suche nach dem nicht existenten höheren Sinn zu füllen?

2. Wann würdest Du gerne leben und warum?

Da ich nicht weiß, wie die Zukunft aussehen wird und das aktuelle Verhalten der Menschheit nicht auf eine positive Entwicklung hindeutet, würde ich schon mal nicht in der Zukunft leben wollen. Schaue ich mir die Geschichte der Menschheit an, sehe ich ebenfalls keine Zeiten, die mich überzeugen können. Mit dieser Frage habe ich mich sogar mal in einem Beitrag beschäftigt und kam für mich zu dem Ergebnis, dass ich in der aktuellen Zeit gut aufgehoben bin. Trotz all der Nörgelei besteht für mich kein Zweifel daran, dass es den Menschen nie so gut ging, wie es momentan (beschränken wir es auf wohlhabendere Nationen) der Fall ist.

3. Was hältst Du von Fernsehen und warum ist es nicht mehr so gut bzw. noch besser als früher?

Oh, ein sehr brisantes Thema, bei dem ich mich deutlich zurückhalten muss, um vor lauter Ärger keine RTL2-taugliche Antwort zu verfassen. Reicht es, wenn ich sage, dass ich meinen Fernseher nur für die Fußball-EM überhaupt wieder mit dem Kabelanschluss verbunden hatte? Mein Fernseher dient sonst nur noch dazu, selbst ausgewählte Inhalte einschlägiger Streaming-Dienste oder Blurays wiederzugeben. Hin und wieder schaue ich mir ein paar Folgen Kalkofes Mattscheibe an, was mir bestätigt, dass es die richtige Entscheidung war, das Antennenkabel nach dem EM-Finale wieder aufzurollen und für die nächsten zwei Jahre im Keller zu verstauen.

4. Warum vernetzt Du Dich nicht?

Woher weißt du…? Nein, also ein wenig vernetzt bin ich schon. Ich folge einigen Blogs, einige Blogger folgen sogar mir und sogar bei Twitter bewegt sich die Zahl der Follower bereits im zweistelligen Bereich. Privat habe ich sonst nur einen halbherzig betreuten Facebook-Account mit armseligen 40 Freunden. Achja, einen mindestens ebenso halbherzig betreuten Xing-Account habe ich natürlich auch noch und, ich glaube, sogar ein ungenutztes Instagram-Konto. Ein bisschen Vernetzung kann sicherlich nicht schaden, aber für mich bitte nur in einem realistischen Maße. Den Vorteil von 456 Facebook-Freunden und 2317 Xing-Kontakten konnte mir bislang niemand auf plausible Weise erklären.

5. Wo warst Du am Abend vor der Beantwortung dieser Fragen, gegen 18 Uhr?

Gegen 18 Uhr? Puh, Glück gehabt. Ihr wisst doch, mein Erinnerungsvermögen spielt mir gerne einen Streich. Aber in diesem Fall ist es einfach, denn seit der Anschaffung eines equinen Familienmitgliedes, in Form eines wundervollen, jungen Vollblutaraber-Wallaches, hat sich die frühabendliche Arbeit mit selbigem ritualisiert. Gegen 18 Uhr war ich also am Stall.

6. Welche Farben hatte Deine letzte Mahlzeit?

Schon wieder so eine Frage, die mein Erinnerungsvermögen herausfordert. Nun muss ich mich nicht nur daran erinnern können, was meine letzte Mahlzeit war, sondern auch, wie diese ausgesehen hat. Braun war auf jeden Fall dabei, viel Grün, etwas Rot, ein bisschen Gelb. Eine recht farbenfrohe Mahlzeit.

7. Was schätzt Du am Regen am Meisten?

Die Stille und Einsamkeit bei Spaziergängen mit meinem Hund. Nicht ständig darauf achten zu müssen, dass mein Hunde-Senior keinem blutrünstigen Chihuahua ins Maul läuft oder von einem Kampfradler überfahren wird. Im Ernst, es ist wirklich schön, mal ganz entspannt und ohne viel Rücksicht nehmen zu müssen, in der Natur unterwegs zu sein. Und dies funktioniert am besten, wenn es regnet.

8. Welche Art von Drogen bevorzugst Du?

Diesbezüglich bin ich wohl sehr langweilig und uncool. Trotz der schier unbegrenzten Auswahl an bewusstseinsverändernden Substanzen, die bei hochgradig vertrauenerweckenden Fachhändlern rund um den Hamburger Hauptbahnhof und in diversen Shopping-Straßen zu Schnäppchenpreisen erworben werden können, bediene ich mich lieber im Sortiment des nächstgelegenen Hinterhof-Getränkemarkts und verpasse mir an manchen Abenden die totale Dröhnung mit einer Flasche Dunkel einer norddeutschen Brauerei. Ganz selten bin ich auf dem außergewöhnlichen Trip und traue mich an ein, mit furchteinflößenden 2cl Single-Malt gefülltes, Nosing-Glas heran.

9. Worüber würdest Du niemals bloggen?

Über Themen, die mich nicht interessieren oder von denen ich keine Ahnung habe. Mode und Fashion wird es demnach genau so wenig geben, wie Rezensionen zu Filmen oder Büchern (die mich zwar durchaus interessieren, die ich aber nicht verfassen kann). Da ich gerne mal ein wenig provoziere, bin ich im Übrigen nicht ganz so sensibel, was die Auswahl der Themen betrifft. Wenn, dann halte ich mich am ehesten noch bei Politik und Religion zurück.

10. Was magst Du am Mitmachblog?

Die vielen unterschiedlichen Beiträge zu einem festgelegten Thema. Es ist interessant zu sehen, in wie viele Richtungen sich die Texte bewegen können, deren Grundlage ein einziges Stichwort ist. Nicht zu vergessen, die Inspiration, die der Mitmachblog bietet. Es mag zwar nicht jede Woche klappen, aber grundsätzlich hilft das Wochenthema gut dabei, auch dann einen Beitrag zu verfassen, wenn die Ideen abhanden gekommen sind.

11. Warum bist Du auf Facebook noch nicht Follower des Mitmachblogs? Gefällt er Dir denn nicht? Was soll das denn bitte?

Ich bin doch schon WordPress-Follower. Das muss doch reichen!😉 Das Folgen mit meinem privaten, nur sporadisch betreuten Konto, würde meine Kontakte dort nur auf die Fährte meines Blogs, den sie nicht kennen, führen. Außerdem ziehe ich in Erwägung, mich endgültig von der geldgierigen Datenkrake zu verabschieden. Mein Folgen wäre daher wahrscheinlich sowieso nur von kurzer Dauer.

Das Ding

Es gibt wieder etwas Neues für den Mitmachblog:

MitmachBlog

Da ist das Ding!, rief Oliver Kahn nach dem denkwürdigen Bundesliga-Finale im Mai 2001, das gerade mir als Schalke-Sympathisanten wohl ewig in Erinnerung bleiben wird. Was es nun bedeutet, dass man Herrn Kahn hauptsächlich mit Eiern und Dingern verbindet, bleibt fraglich. Sicher ist nur, dass mich Das Ding direkt an ein unschönes Ereignis erinnert. Und das noch nach 15 Jahren. So ist das wohl mit den traumatischen Erlebnissen in der Jugend. Wat’n Ding, wie mein Opa jetzt sagen würde. Aber das Ding ruft auch andere Erinnerungen hervor. Zum Beispiel an Filme und Rambos blau leuchtendes blaues Licht, obwohl in dieser Szene gar nicht von einem Ding gesprochen wurde. Ap­ro­pos Rambo. Wenn das Ding schon Filme in mein Gedächtnis ruft, darf ein Film eines anderen 80er-Jahre Action-Heldens natürlich nicht fehlen: Das Ding (aus einer anderen Welt) mit Kurt Russell.

Selbstverständlich wirkt sich das Ding auch auf Musik aus. Es gibt da ein…

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